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Trockner damals und heute: Die Geschichte der Wäschetrockner

Trockner damals und heute: Die Geschichte der Wäschetrockner

Als der französische Erfinder Pochon rund um die Jahrtausendwende 1800 den ersten (handbetriebenen) Ventilator-Trockner baute, konnte er die lange später folgende Verbreitung solcher Gerätschaften wohl noch keineswegs abschätzen. Heute haben in Nordamerika nämlich über 80 Prozent der Haushalte einen Wäschetrockner und auch in Österreich sind es immerhin ein Drittel. Bis dahin war es aber ein langer Weg…

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Die Entwicklung früher Wäschetrockner

Das größte Problem ursprünglicher Wäschetrockner: Da offenes Feuer als Wärmequelle fungierte, stank die Kleidung nach Rauch. In manchen Fällen fing sie deswegen gar Feuer, ein enormes Sicherheitsrisiko.
Erst ein Jahrhundert später wurden sie salonfähiger. US-Erfinder George Sampson kümmerte sich um eine verbesserte Varianten; ein Ofen samt Metallgehäuse, Stangen und einer Trommel machte die Tumbler sicherer, sauberer und effizienter. Er nannte das Ding auch erstmals „Wäschetrockner” und meldete 1892 darauf Patent an. Im großen Stile wurden sie allerdings erst ab 1938 vertrieben. Die Firma Hamilton Manufacturing bot mit dem Modell „June Day“ eine gasbetriebene und eine elektrische Variante von Sampsons Wäschetrocknern an, die jedoch zunächst von J. Ross Moore jahrelang und maßgeblich weiterentwickelt werden musste.

Nach dem Krieg bis heute: Der Wäschetrockner für den Haushalt voll im Trend

So richtig populär wurde der Wäschetrockner ohnehin erst nach dem zweiten Weltkrieg. Die Wirtschaft war im Aufschwung, Trockner konnten erstmals auch zu leistbaren Preisen angeboten werden; waren kein reines Luxusprodukt mehr. Hamilton Manufacturing, General Electric und andere namhafte Hersteller verkauften zu dieser Zeit bereits über 60.000 Tumbler jährlich.
Europa musste noch bis Ende der 1950er-Jahre auf den ersten Wäschetrockner warten. Dieser wurde von Miele gebaut, übrigens nur zwei Jahre nachdem das Unternehmen die ersten Waschvollautomaten vorgestellt hatte. 1966 legte Miele mit dem ersten Elektronik-Trockner nach, das Grundlegende Funktionsprinzip war dem heutigen bereits sehr ähnlich. Außerdem wurden die Bedienelemente nun zunehmend an der Front angebracht.
Bereits zu dieser Zeit wurden auch erstmals Sensoren zur Messung der Feuchtigkeit getestet, die es einen Trockner ermöglichen, sich vorzeitig abzuschalten. Die technologischen Errungenschaften der 70er- und 80er-Jahre läuteten dann das Zeitalter der modernen Wäschetrockner endgültig ein. Wäschetrockner waren bald mit gefinkelter mikroelektronischer Steuerung sowie mit Start-Timern ausgestattet. Danach lag der Fokus der Hersteller (bis heute) auf Weiterentwicklung von Design, Funktionalität, Stabilität und Anwendungskomfort – spätestens seit den 90ern zudem ganz besonders auf Energieeffizienz.

Der Wäschetrockner ist heute kein Stromfresser mehr

Es gibt viele Mythen übers Trocknen, am hartnäckigsten vielleicht die Sache mit dem Stromverbrauch. Fakt ist: In den letzten Jahren hat sich hier extrem viel getan und heutige Wäschetrockner sind äußerst sparsam. Der Jahresverbrauch eines Wärmepumpentrockners der Klasse A+++ liegt bei Topmodellen teilweise deutlich unter 180 Kilowattstunden. Das heißt bis zu 54 Prozent Energieersparnis gegenüber der Kategorie A. Doch so richtig verblüffend wird diese Zahl erst, wenn man sie mit einem Altgerät vergleicht: Noch vor 20 Jahren kamen gute Trockner auf einen Jahresverbrauch von etwa 585 Kilowattstunden und noch mehr.
Die Etablierung der Wärmepumpentrockner rund um das Jahr 2008 trug zweifelsohne ihren Teil dazu bei. Bosch und Siemens sorgten damit für eine echte Revolution in Sachen Energieeffizienz, außerdem kann man diese Trocknervariante überall aufstellen und die Geräte sind leiser.

Fazit: Das können moderne Wäschetrockner einfach besser

Die Vorteile moderner Wäschetrockner liegen auf der Hand: Zeitersparnis und Komfort zu mittlerweile leistbaren Preisen. Das Ganze in ansprechender Optik und mit vielen tollen Automatikprogrammen (Express, extraleise, Glätten, Seide, …). Vor allem für Familien, die stets mit riesigen Wäschebergen zu kämpfen haben, sind die „Tumbler” unersetzbar geworden. Das haben wir in der Story „Mit der Familiengründung zog auch der Trockner ein” ja bereits ausführlich behandelt. Auf Grund der beeindruckenden Energieeffizienz rentiert sich ein Trockner heute für jede Kleinfamilie und fallweise sogar für Single-Haushalte.
Alles in allem wurde der Wäschetrockner spätestens im 21. Jahrhundert zu einem Technikwunder mit vielen Talenten. Die mittlerweile ausgereifte Sensorautomatik, die große Programmvielfalt und die clevere Mechanik (Stichwort Schontrommel) lassen kaum noch Wünsche offen. Sie wollen die besten Praxistipps im Umgang mit Wäschetrocknern erfahren? Im Info-Ratgeber Trocknen leicht gemacht werden Sie hier bei uns fündig!

 

Die ganze Geschichte der Wäschetrockner haben wir in einer übersichtlichen Timeline zusammengefasst und aufbereitet:

 

Hier die Highlights von 1799 bis 2018 in einer Chronik.