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Mmmh, das ist doch noch gut! Essen richtig verwerten

Mmmh, das ist doch noch gut! Essen richtig verwerten

19 kg Lebensmittel landen in Österreich pro Kopf im Jahr in der Mülltonne. Jeder Haushalt wirft damit durchschnittlich 300 Euro gedankenlos weg – und verschwendet wertvolle Ressourcen. Das muss aber nicht sein. Wer ein paar einfache Tipps beherzigt, vom Einkauf über die Lagerung bis zum „Restl“ verkochen, tut der Umwelt, dem Gewissen und sich selbst was Gutes.

1,3 Mio. Tonnen Lebensmittel: so viel wird jedes Jahr verschwendet. Diese Menge könnte drei Milliarden Menschen ernähren. Zum einen wird zu viel produziert, zum anderen sind viele Lebensmittel nicht „gut“ genug für den Supermarkt. Aber viel Mist fällt leider auch in Gastronomie und Haushalten an. Warum werfen wir als Privatpersonen so viel weg? Die Gründe kurz zusammengefasst:

  • Verlockungen durch günstige Großpackungen
  • zu wenig Zeit zum Kochen
  • zu wenig Wissen über Haltbarkeit
  • falsche Lagerung von Lebensmitteln

 

Hier können wir etwas ändern!

5 Shopping-Tipps fürs Einkaufen:

1. Inventur im Kühlschrank machen
2. Einkaufsliste schreiben
3. Nicht hungrig einkaufen gehen
4. Leicht verderbliche Produkte sofort nach Hause in den Kühlschrank/Gefrierschrank
5. Kühltasche verwenden

Richtig Lagern

Grundsätzlich verlangen Lebensmittel, und hier vor allem frische und/oder offene, Sauberkeit – vom Kühlschrank, den Regalen und diversen Behältern. Länger haltbare Lebensmittel können dann weiter hinten in den Regalen stehen, rascher aufzubrauchende logischerweise weiter vorne.

Was muss in den Kühlschrank? Und wohin genau? Üblicherweise wird’s im Kühlschrank nach unten hin kälter. Im oberen Bereich kommen länger haltbare Lebensmittel, Käse und zubereitete Speisen hin. In der Mitte tummeln sich z. B. Milchprodukte. Im unteren Fach befinden sich Fleisch und Fleischprodukte, Fisch etc. Die Tür ist ideal für Getränke, Eier, Soßen, Butter usw. Ins Gemüsefach gehören – wie der Name vermuten lässt – Gemüse und Obst. Brot gehört nicht in den Kühlschrank und hält am Besten in einem Tonbehälter oder in einem belüfteten Kunststoffbehälter.

Bei den modernen Kühlschränken und Gefriergeräten haben sich die Konstrukteure einiges einfallen lassen: eigene Kühlzonen und Funktionen, welche die Produkte (länger) frisch halten.

Während im Innenraum des Kühlschranks Temperaturen von 4 bis 10 Grad herrschen sollen (für verpackte Lebensmittel, Getränke, Butter, Eier, einige Obstsorten), geht man in der Null-Grad-Zone auf, eben, 0 Grad. Die Luftfeuchtigkeit ist hoch und nimmt mit der zunehmenden Zahl der Lebensmittel sogar noch zu. Rohes Fleisch, Fisch, Geflügel, Wurst, Salat und bestimmte Obstsorten halten hier bis zu drei Mal länger, Vitamine und Nährstoffe bleiben ebenfalls länger erhalten. Äpfel bleiben z. B. bis zu sechs Monate frisch, Erdbeeren bis zu fünf Tage, Fisch bis zu vier Tage, Milch bis zu einer Woche.

Die Frischezone besteht aus eigenen Schubladen mit separater Regelung der Luftfeuchtigkeit und ist mit ein bis drei Grad etwas kühler als der übrige Innenraum und somit ideal für Obst, Gemüse und Salat (90 bis 95% Luftfeuchtigkeit) und Fleisch, Fisch und Eier (50%). Die Lebensmittel bleiben doppelt so lange frisch.

Die Gefrierzone wiederum hat eine Temperatur von bis zu minus 32 Grad. Ausgewählte Hersteller bieten bei Kühl-Gefrier-Kombinationen separate Kühl- und Luftkreisläufe an, um z. B. die Luftfeuchtigkeit in der Gefrierzone sehr niedrig zu halten.

Taste the Waste

Der Dokumentarfilm „Taste the Waste“ von Valentin Thurn zeigt den Umgang der Industriegesellschaften mit Nahrungsmitteln. Hier der Trailer zum Film:

Oma empfiehlt: Ausschneiden und verkochen!

Frische Lebensmittel gehören natürlich so rasch wie möglich in den Kochtopf und sollen nicht im Kühlschrank dahingammeln, bis sie bereit zum Wegwerfen sind. Produkte, die laut Verpackungsabdruck abgelaufen sind, müssen aber noch lange nicht kaputt sein. Aber was tun mit Gemüse und Obst, das nicht mehr so frisch aussieht? Oma fragen, die wird antworten: „Ausschneiden und verkochen!“ „Einen Smoothie aus Obst machen oder eine Suppe bei Gemüse“, rät auch TV- und Haubenkoch Oliver Hoffinger. Eintöpfe oder Kompotte bieten sich dazu ebenso an. Ist das Ablaufdatum bei Fleisch- und Milchprodukten überschritten, heißt es ein wenig achtsamer zu sein: „Bei Geflügel bin ich sehr vorsichtig, aber ansonsten sind Ablaufdaten nur Richtlinien und man sollte riechen und schmecken, ob das jeweilige Lebensmittel noch ok ist“, sagt Hoffinger.

Einen Tipp hat er auch für Brot und Gebäck: „Das wird für Aufläufe, Knödel usw. würfelig geschnitten und getrocknet.“ Verwendbar ist hartes Brot auch für Croutons oder für Semmelbrösel.Haben Erdbeeren, Marillen oder Pilze Saison – wer könnte da nicht widerstehen und diese kiloweise heimbringen. Da nicht alles auf einmal gegessen werden kann: einfrieren, einkochen, dörren. „Erbsen z. B. auslösen und in Sackerl einfrieren; Beeren kann man einkochen. Pilze friert man besser nicht ein, sondern dörrt sie“, so der Experte. Letzteres gilt auch für Äpfel, die man in Ringe schneidet, für Marillen, Zwetschgen usw. Auch hier gibt es übrigens moderne Backöfen, mit denen es möglich ist, bei niedrigen Temperaturen (40 bis 50 Grad) zu dörren. Das geht mit Heiß- und Umluft. Je nach Obstsorte und Beschaffenheit dauert das Dörren einige Stunden bis hin zu zwei Tagen.

 

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Tipp

Was bedeutet das Mindesthaltbarkeitsdatum?
Lebensmittel, bei denen das Mindesthaltbarkeitsdatum („mindestens haltbar bis…“) überschritten wurde, sind nicht automatisch verdorben, weiß die AGES. Es bedeutet nur, dass die Hersteller bis zu diesem Zeitpunkt einen einwandfreien Zustand ihres Produktes garantieren. „Kontrollieren Sie nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums das Produkt auf Genießbarkeit. Setzen Sie Ihre Sinne ein – sehen, riechen, schmecken. Sie können dann selbst entscheiden, ob das Lebensmittel noch essbar ist oder nicht“. Das Verbrauchsdatum („zu verbrauchen bis…“) gibt jene Frist an, bis zu dem ein Lebensmittel verbraucht werden soll. Es ist ein Verfallsdatum, mit dem verderbliche Lebensmittel (z.B. Fleisch, Fisch) gekennzeichnet werden.